Mit der steigenden Verbreitung von Fenster- und Türprofilen aus Kunststoff haben in den letzten Jahren auch die Anforderungen an das Material zugenommen, insbesondere bezüglich Belastbarkeit und Haltbarkeit. Ein besonderes Gewicht kommt dabei der Stoß- und Schlagunempfindlichkeit zu, die ein entscheidendes Kriterium für die Verarbeitung, den Transport, den Einbau und – last but not least – die tägliche Beanspruchung durch den Hausbewohner darstellt. Der Nachweis von Qualität ist ein unverzichtbares Verkaufsargument im Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz. Eine Vielzahl von Normen und Prüfvorschriften trägt dem Rechnung, bringt allerdings die Hersteller auch in Zugzwang. Will ein Produzent das RAL-Gütezeichen 716/1 erwerben, so müssen die Kunststoffprofile gemäß DIN EN 477 auf Stoßfestigkeit in der Kälte durch Schlagbeanspruchung mit einem Fallbolzen geprüft sein und die jeweiligen Anforderungen erfüllen.
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Das Schlagprüfgerät arbeitet mit äußerster Präzision: das Gewicht fällt nahezu ohne Reibungsverluste. Die Fallgeschwindigkeit beim Aufprall auf den Prüfling wird automatisch gemessen. So ist die Reproduzierbarkeit der Prüfergebnisse gewährleistet.
Das Schlagprüfgerät zeichnet sich durch hohe Bedienerfreundlichkeit aus. Die Möglichkeiten, Prüfungen zu automatisieren und eingegebene Prüfparameter abzuspeichern, stellen sicher, dass auch umfangreiche und wiederkehrende Prüfdurchgänge zügig und somit kostengünstig absolviert werden können.
Die Bedienung des Schlagprüfgerätes ist einfach: Anhand eines Musterabschnitts des zu prüfenden Profils werden zunächst die Voreinstellungen durchgeführt. Mit der Profilaufnahme kann der Musterabschnitt exakt entsprechend den Normenanforderungen eingestellt und fixiert werden. Zusätzlich kann das Profil mit einem höhenverstellbaren, seitlichen Anschlag gegen Kippen abgesichert werden. Anschließend wird mit dem Fallgewicht der Referenz-Nullpunkt angefahren und die Höhe der Fallsäule fixiert. Die elektronische Steuerung ermittelt nun automatisch die korrekte Abwurfposition des Fallgewichts. Ein riemengetriebener Wagen befördert nun das Fallgewicht auf die eingegebene Höhe. Der gekühlte Prüfling wird auf der Profilaufnahme positioniert, die Schutztüren werden geschlossen. Die Prüfung kann beginnen.
Der Abwurf des Fallgewichts wird per Tastendruck der Zweihandbedienung ausgelöst. Nach dem Aufschlag federt das Gewicht wieder nach oben und wird von Bremsmagneten sicher aufgefangen, um unerwünschte Doppelschläge zu verhindern. Das Schlagprüfgerät ist mit einem Automatikprogramm ausgestattet. Im Automatik-Modus wird das Fallgewicht nach absolvierter Prüfung vom Wagen wieder abgeholt und erneut auf die vorgegebene Fallhöhe gebracht – das Gerät ist bereit für die nächste Prüfung. Bei Prüfungen von Profilen gleicher Höhe müssen also keine weiteren Einstellungen mehr vorgenommen werden.
Alle Prüfparameter werden über die Tastatur am Touchscreen eingegeben und können jederzeit über das Display kontrolliert werden. Am Touchscreen wird nach jedem Prüfvorgang die erzielte Fallgeschwindigkeit angezeigt. Somit kann eine sichere Aussage über die tatsächliche Aufprallenergie abgeleitet werden. Wiederkehrende Prüf Parameter-Sätze können abgespeichert und später über den Touchscreen wieder aufgerufen werden.